21SepSafety First

Heute hatte ich das Vergnügen an einem Fahrsicherheitstraining für teilzunehmen, und ich muss sagen es war echt ne prima Erfahrung. Das ganze wurde von Mercedes ausgerichtet und folglich konnte man auch nur mit Sprinter, Vaneo oder Vito Modellen fahren. Dafür waren aber zahlreiche verschiedene Typen in allen gängigen Motorisierungen vorhanden und jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit alle Modelle bei allen Übungen ausführlich zu testen.

Die Organisation seitens war prima! Am Anfang gab es erstmal ein ordentliches Frühstücksbuffet mit belegten Brötchen, Butterbrezen, Kaffee und Tee. Das war auch dringend nötig, denn es ging schon um 8 Uhr los. Und das ist für mich als bekennenden Spätaufsteher höchsten eine Zeit zu der ich mal nach Hause komme und nicht schon wieder fit fürs Fahren in Extremsituationen bin.
Aber zurück zum Programm. Nach dem Frühstück gab es eine kurze Einführung, der Event-Leiter hat sich und sein Team vorgestellt und alle Trainingseinheiten kurz angesprochen.
Nachdem jeder wusste was auf ihn zukommt ging es auch schon los. Die Teilnehmer wurden in 2 Gruppen aufgeteilt und dann hieß es anschnallen und Gas geben.

Die erste Station war in Gafahrensituationen und es ging auch direkt mit einem Aha-Erlebniss los. Am Anfang sollten wir auf trockener Fahrbahn eine mit unterschiedlichem Tempo hinlegen. Soweit so gut, bei 25 km/h betrug der Bremsweg gerade mal 1 m – 1,5 m. Bei 50 km/h war es schon das Vierfache, also etwa 4 m bis 6 m.
Dann ging es mit 50 km/h auf nassen Boden, der eine geschlossene Schneedecke simulieren soll. Da hat man zum ersten Mal einen großen Unterschied gesehen, denn der Bremsweg betrug ca. 75 m! Das ist mal locker das 13-fache im Vergleich zu einer trockener Fahrbahn.
Im Anschluss folgten noch ein paar Übungen bei denen man Hindernissen auf glatter Fahrbahn ausweichen musste. Damit war der Start in den Tag schon einmal sehr spannend und lehrreich, aber das war ja erst der Anfang.

Die zweite Einheit war dann Grundlagen der . Für mich persönlich am Anfang nicht ganz so spannend, da es zu 95% Theorie war, aber man hat doch gegen Ende sehr viele nützliche Informationen bekommen. Zum Beispiel wusste ich noch nicht, dass im Fall eines Unglücks Alle am Ladeprozess beteiligten Personen sogar mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden können. Hier ein kleines Beispiel:
Wenn im Getränkemarkt ein Mitarbeiter so freundlich ist und einer alten Frau die Getränkekisten in den Kofferraum stellt und die gute Dame auf ihrem Heimweg eine hinlegt und dabei die Getränkekisten aus dem Auto fallen, dann ist sowohl die Alte Dame, der Getränkemarkt Mitarbeiter, als auch der Besitzer des Getränkemarkts für den entstanden Schaden haftbar!
Außerdem wurde noch eindrucksvoll demonstriert was eine kleine Anti-Rutsch-Matte für einen großen Effekt bei der haben kann.

Nach den 90 Minuten Theorie war erstmal Mittagspause angesagt. Es gab 2 verschiedene Gerichte (Nudeln und Lasagne) und die haben auch beide recht ordentlich geschmeckt. Mehr will ich zur Mittagspause gar nicht schreiben, da der Beitrag eh schon so lang ist.

Nach der Mittagspause ging es dann auf zur Technik-Station wo man die Wirkung von ETS, sowie Adaptiven ESP so richtig ausreizen konnte. Wieder auf der spiegelglatten Piste angekommen wurde der Wagen auf ca. 60 km/h in Richtung Hinderniss beschleunigt. Kurz vor dem Hinderniss sollte man dann nochmal so richtig Gas geben (Ja richtig gelesen: Gas geben nicht ) und dann nach Rechts oder Links ausweichen, wieder zurück in die Spur kommen und dem nächsten Hinderniss in die andere Richtung ausweichen. Bei dem ganzen Hin und Her war das Gaspedal ständig voll durchgedrückt! Anstatt aber total von der Bahn abzufliegen, wie ich es eigentlich erwartet hätte, ist das Gegenteil passiert. Dank der ganzen elektrischen Helferlein wurde man beim Gas geben nicht kontinuierlich schneller, sondern durch gezieltes und ruhiges Lenken hat sich der langsam stabilisiert und wurde sogar langsamer.
Also gab es auch bei dieser Station das nächste Aha-Erlebniss und man hat wieder einiges dazu gelernt wie man seinen Wagen auch unter extremen Bedingungen unter Kontrolle hat.

Die letzte Station war Wirtschaftliches Fahren. Hier ging es nicht mehr um Gas geben, Driften oder Theorie, sondern darum ein paar Liter Sprit zu sparen und den CO2 Ausstoß zu senken. Für diesen Teil des Trainings haben wir auch das Übungsgelände verlassen und sind ein paar Kilometer durch die Stadt gefahren. Bei der ersten Runde ist noch ein Instruktor gefahren und hat uns ein paar Tipps und Tricks gezeigt wo man Sprit sparen kann. Nach der Einführungsrunde durften wir wider selbst das Steuer übernehmen und bei der ersten Fahrt sollten wir die ganzen Infos umsetzen und versuchen selbst so sparsam wie möglich zu fahren. Da ich normal eher der “sportliche” Fahrer bin und nicht sonderlich auf den Sprit Verbrauch achte ist mir das am Anfang ganz schön komisch vorgekommen, aber das Ergebniss spricht für sich. Ich habs geschafft den Wagen durch einfaches Rollen lassen, Motor abstellen und gemäßigtes Beschleunigen auf einen Durschnittsverbrauch von 6,95 L zu bringen. Beim zweiten Versuch durften wir dann so fahren wie wir sonst auch Fahren und schnell wurde der Unterschied deutlich. Aus den sparsamen 6,95 L wurden gleich mal 8,75 L. Bei einer Fahrleistung von 30.000 KM im Jahr sind das schon ca. 400,00 Euro die man sich dadurch spart.
Ich werde zwar meinen persönlichen Fahrstil nicht ganz so krass umstellen, denn ich fahre gerne Auto und möchte auch ein wenig Spaß dabei haben, aber ich werde in Zukunft sicher den ein oder anderen Tipp berücksichtigen um mich auf ein gesundes Mittelmaß einzupendeln.

Zum Abschluss gab es dann noch eine Urkunde, ein kleines Résumé und Kaffee und Kuchen.

Alles in allem war es ein super Tag und ich kann jedem empfehlen auch mal so ein Training mitzumachen. Die Trainer waren super nett, absolut kompetent und haben das ganze nicht zu enrst aufgezogen, sondern durch den ein oder anderen Witz die Stimmung immer wieder aufgelockert. Die Organisation war prima, die Zeit wurde super ausgenutzt und man hat jede Menge gelernt.

Vor ein paar Jahren habe ich das gleiche Training schon einmal für PKWs mitgemacht und ich muss sagen durch die verbaute Technik merkt man kaum mehr einen Unterschied zwischen einem 4 Meter langem und einem PKW. Ganz im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass man z. B. in einer S-Klasse schon viel früher die Kontrolle verliert als in einem Kastenwagen.

Was ich auch noch mitgenommen habe ist, dass schon ein paar km/h mehr oder weniger den Unterschied zwischen Straße und Baum ausmachen. Es war z. B. mit 46 km/h noch möglich das Auto abzufangen und am Hinderniss vorbei zu lenken ohne die Kontrolle zu verlieren. Mit 50 km/h sah die Situation ganz anders aus, denn irgendwann sind die physikalischen Grenzen erreicht und da ist es völlig egal was man für Technik im Auto verbaut hat und was für ein guter Fahrer man ist.

In diesem Sinne gute Fahrt und gute Nacht.

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